BILLA-Skandal, ein Faß ohne Boden

Wir schreiben den 35. Tag nachdem die zum REWE-Konzern gehörende BILLA AG, in Person die Konzernsprecherin Mag. Corinna TINKLER sowie der Mutterkonzern in Deutschland mit den gravierenden Gesetzesbrüchen hinsichtlich der Arbeitnehmerschutzbestimmungen konfrontiert wurde. Wie bereits ausführlich dokumentiert und beschrieben, verstößt BILLA in zahlreichen Filialen gegen herrschendes Bundesrecht. Vor NOTAUSGÄNGEN parken Dienstnehmer während der Arbeitszeit mit ihren Kraftfahrzeugen und innerhalb der Supermärkte werden freizuhaltende Flächen vor den NOTAUSGÄNGEN für das Präsentieren von Verkaufswaren genutzt. Im Beispielsfall eines Brandausbruches sind einige NOTAUSGÄNGE derart mit Waren verstellt, daß das Verlassen eines BILLA-Supermarktes gar nicht möglich wäre und Menschen ums Leben kommen würden. Verschärft wird der Skandal durch die Angaben einer Führungskraft, die mitteilte, daß BILLA 2 bis 3 Tage vor Überprüfungen durch das Arbeitsinspektorat einschlägige Vorabinformationen erhält und dann alle Notausgänge und Fluchtwege vorübergehend freimacht. Aus unserer Sicht ergibt sich daraus der Verdacht des Amtsmißbrauches.

Im Zuge von weiteren Marktbegutachtungen wurden am 24. April vier BILLA aufgesucht und hinsichtlich der Beschaffenheit der Notausgänge und Fluchtwege begutachtet. Die einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen, die deren Zustand beinhalten, entnehmen Sie bitte der Reportage: „Katastrophale Zustände betreffend der Notausgänge bei BILLA„.

BILLA in Schwechat | Foto: DerGloeckel.eu BILLA in Schwechat
BILLA ohne Hausverstand in 2320 Schwechat, Brauhausstrasse am 24.4.09 um 17:37 Uhr: Warenpräsentation von Getränken vor dem Notausgang, Kartonagen und scheinbar zwischendeponierte Produktgebinde für das Einschlichten in die Regale.

BILLA in Rannersdorf  Foto: DerGloeckel.eu  BILLA Rannersdorf
BILLA ohne Hausverstand in 2324 Rannersdorf, Brauhausstrasse 58 am 24.4.09 um 17:26 Uhr: Warenverkaufsständer, Warenpalette und Leiter blockieren den Notausgang

BILLA Fischamend | Foto: DerGloeckel.eu  BILLA Fischamend | Foto: DerGloeckel.eu
BILLA ohne Hausverstand in 2401 Fischamend, Dr. Winterweg 3 am 24.4.09 um 18:10 Uhr: Leicht umzustoßende Waren beim Notausgang

BILLA in Hainburg - Dienstnehmer parkend vor dem Notausgang | Foto: DerGloeckel.eu
BILLA Hainburg – Landstraße – parkender Dienstnehmer vor Notausgang

Im Zuge unserer ausgeweiteten Recherchen stießen wir auch zur Konzersprecherin Mag. TINKLER auf einen aus unserer Sicht bemerkenswerten Eintrag zu dieser Fachkraft bei XING. Dort ist im Persönlichkeitsprofil der leitenden PR-Angestellten der REWE Group Austria folgendes ausgewiesen: Frau TINKLER ist Mitglied der Fachgruppe „Internal Branding„, die wie folgt beschrieben wird (Auszug):

„Unter Internal Branding verstehen wir die Entwicklung und konsequente Ausrichtung marken- oder werteorientierten Verhaltens aller MitarbeiterInnen. Im Mittelpunkt des Interesses steht der Anspruch, nach außen kommunizierte Markenversprechungen oder Unternehmenswerte durch konsistentes Mitarbeiterverhalten einzulösen.“

Da fällt spontan „BILLA sagt der Hausverstand“ ein, doch so bedeutend die Beschreibung der Fachgruppe „Internal Branding“ auch klingen möge, bei diesem Fachgruppenmitglied können wir die Einlösung oder die Umsetzung dieser Zielrichtlinie nicht wirklich erkennen. Frau C. TINKLER hat es bis heute auch nicht der Mühe Wert gefunden auf auch nur eine, der an sie gerichteten Presseanfragen zu antworten.

2009-04-29

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